Die Tour der Miradores

In Bariloche, einer Stadt in Patagonien am Lago Nahuel Huapi an der Grenze zu Chile haben wir uns extrem wohlgefühlt. Lag das am guten Bier artisanal (Mitbringsel der deutschen Einwanderer, wie könnte es anders sein!?) und den coolen Kneipen mit Freisitz und Livemusik am Wochenende?

Open air Konzert for free

Oder am Stadtbild? Bariloche ist eine interessante Mischung aus Schwarzwald-Schweiz-Chile und Argentinien. Manchmal doch etwas sehr gewagt und schräg.

Schwarzwaldmädel-Hostel
Stadtplatz mit Glockenspiel, wie in Nürnberg, München und sonstwo in Deutschland 🙂

Schokolade! Hmmmm! Angeblich gibt es hier die beste Argentiniens. Die Schweizer Gründerväter und -mütter (werrr hat’s errrfunden?) haben sie aus ihrer Heimat mitgebracht, man kann sie in gefühlt 200 Geschäften entlang der Haupteinkaufsstraßen probieren und kaufen.

Man zahlt nach Gewicht, wir konnten uns also ein Potpourri an Leckereien zusammenstellen.
Mamuschka-Schokolade in Mamuschka-Tüte … perfekte Corporate Identity.
Mein Bild für unseren Schokoladentag

Eine eher zweifelhafte Berühmtheit hat die Stadt erlangt über ihre Verbindung zu geflüchteten/untergetauchten oder ganz offiziell eingewanderten Nazi-Verbrechern. Erich Priebke zum Beispiel. Er war bis in die 80iger im Vorstand der deutschen Schule und hatte ganz in der Nähe einen kleinen Gemischtwarenladen. Das und viele weitere Dinge haben wir auf einer interessanten Führung über „German footsteps in Bariloche“ erfahren.

Wir waren eine Woche hier und hatten echt Mühe alles unterzubringen, was es hier und in der näheren Umgebung zu sehen und zu erleben gibt …

Aber jetzt zu den Miradores, den Aussichtspunkten, davon gibt es hier nämlich viiiiiieeele: im ältesten Nationalpark Argentiniens, auf den Bergen nah und fern, vor Gletschern, an Wasserfällen … Unglaublich schön und vielfältig ist die Landschaft hier. Und ganz anders als im nicht minder schönen Süden Patagoniens.

Blick vom Llao Llao in Richtung Chile
Im Nationalpark Nahuel Huapi. Das heißt Jaguar und Insel in der Sprache der indigenen Mapuche, die General Roca ausgemerzt hat. Nach ihm ist tatsächlich eine Stadt in Patagonien benannt …
Christian vor einem uralten Alerce-Baum. 10 Leute braucht es, um ihn zu umarmen. Diese Bäume sind Relikte einer anderen Zeit. Sie können bis zu 4000 Jahre alt werden.
In Pampa Linda gibt es einen schwarzen Gletscher – er zieht sich leider zurück. Und nimmt Lavagestein mit, daher sein Name.
Ein echter Wasser-Fall. 50 m mindestens …

Eines der Highlights (mal wieder) in der Gegend ist die „Tour der sieben Seen“. Viiieeeeele Miradores entlang eines ungefähr 100 km langen Abschnitts der berühmten Ruta 40, die entlang der Cordillera den Norden mit dem Süden verbindet. Sowas wie der Highway 1 in Kalifornien.

In San Martin de los Andes, dem End- oder Startpunkt der „Siete Lagos Tour“

Ein kleines Bonmot am Rande: wir haben uns gewundert, dass diese Straße so untypisch gut ausgebaut und mit Miradores touristisch erschlossen ist …Wohl um den Tourismus (noch mehr) anzukurbeln, wurde die Strecke autofahrerfreundlich ausgebaut und kurzerhand der berühmten Ruta 40 angegliedert. Eigentlich war das eine Straße 200nochwas. Aber wir haben uns nicht nur über die Umbenennung gewundert. Wir haben den Hype nicht verstanden, bis uns klar wurde, dass man auf dieser Strecke ohne große körperliche Anstrengung, also mehr oder weniger vom Auto aus, Selfies vor den spektakulärsten Landschaften schießen kann. Absolut ein Gewinn für den lokalen Tourismus!

Ein schöner Strand am Lago Nahuel Huapi – fotografiert von Mirador Nr. 1
Unser kleines Mietauto – mit ein bißchen Quetschen konnten wir unser Gepäck sogar komplett im Kofferraum verstauen
Zum Glück haben wir uns für Auto und nicht für Rad entschieden – es gibt keine Radwege und es geht ziemlich fies bergauf und bergab

Aber, für die unserer Meinung nach schönsten Stellen, muss man trotzdem das Auto (oder Fahhrad) für mehr als 10 m verlassen und durch den Fluß waten oder in Bambuswäldern wandern. Die Gegend ist wirklich schön mit ihren gefühlt 100 Seen – 7 ist britisches Understatement.

Christian im Bambuswald – alle 18 Jahre blühen, sterben und erneuern sich die Bambusse
Einer der ungefähr 100 wunderschönen Seen. Mit Backenzahn-Bergen im Hintergrund
Wenn man eine Stunde wandert und dreimal durch Wasser watet ist man hier – an der wunderschönen Cascada Nivinco
Mein dibujo (Zeichnung) dieses Tages mit Wasserfallstickerei 🙂

Dieser Beitrag hat 5 Kommentare

  1. Hallo Ihr Lieben!
    Das sind ja wirklich sehr beeindruckende Bilder! Sehr schön! Lasst es euch gut gehen und genießt die verbleibende Zeit.
    Liebe Grüße aus der Heimat,
    Herby.

    1. Lieber Herby,
      dass mit dem Gutgehenlassen kriegen wir hin 🙂
      Sabine hat dich hoffentlich nicht weggeblasen!? Du wohnst ja auf dem Berg, gell??
      Muchos besos, Barbara

  2. Unglaublich schöne Bilder – nicht nur in diesem Beitrag, auch in den letzten. Ganz liebe Grüße von hier nach dort:) Karin

  3. Hi ihr zwei Strawabzer ;),
    Schokolade, Bier und Wein gibt´s hier auch!!
    Heute sogar mal zwischendurch Sonne, nachdem gestern quasi gar nicht zu planen war, das Haus trocken zu verlassen.
    Temperaturäßig geht es uns heute auch gut, 16grad!
    Ich habe mal wieder meinen KG Termin geschafft, ich dachte, die Ute reisst mir die Haut vom Rücken.(Mehr über Krankheiten gibts nicht).
    Heute wäre Theater angesagt, Jenseits von ST. Emmeram, mit Engelstätter, Denk und Eisenhauer. Tanzbein könnte man morgen bei der Lindy hop Party schwingen, aber das ist ja jetzt alles erstmal cecancelt, bis ich wieder kann.
    Jetzt habt ihr mal wieder was von hier gehört,ich bin jedesmal fasziniert über euere Erlebnisse und Bilder, und euere offensichtliche Harmonie, GENIESSEN!!
    Alle Liebe für euch und bitte nicht auf zu hohe Berge steigen, ihr müsst ja wieder runter kommen!
    und unser Biologe ist im VOLL-fauna-modus, super!
    BUSSI Elke

    1. Na du Theater- und Theaterball-Queen! Was für ein grandioses Outfit, das du und Antje tragt 🙂
      Wir sind inzwischen in Buenos Aires, da gibt es definitiv keine hohen Berge. Aber Fasching schon, die Vorbereitungen für morgen, Rosenmontag, sind voll im Gang: eine der größten Straßen, die Av. de Mayo ist gesperrt, mit Wimpelchen quer rüber geschmückt und am Ende, also am Plaza de Mayo, wird gerade eine fette Bühne aufgebaut. Vamos a ver …
      Grüße aus der großen Stadt!

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