Zwischen Wind und Wetter

Buenos Aires – da haben wir unseren Argentinien-Trip begonnen – liegt ungefähr auf 34° südlicher Breite, das entspricht auf der Nordhalbkugel in etwa Südzypern, Fes (Marokko) oder Los Angeles. Gestern waren wir in Rio Gallegos auf ca. 51°, ungefähr der Breitengrad Londons. Die äußerste Südspitze Argentiniens, ca. 400 km Luftlinie von Rio Gallegos, mit der südlichsten Stadt der Welt, Ushuaia/Feuerland, ist nicht weiter vom Südpol entfernt wie Kopenhagen oder der Norden Irlands vom Nordpol.

Januar ist auf der Südhalbkugel Hochsommer. In Buenos Aires fühlte sich es auch genau so an. Aber Rio Gallegos, das war so rauh ungemütlich, wie die Nordseeküste im Herbst sein kann: 13° Celsius und ein Wahnsinnswind. Die Leute waren mit gefütterten Jacken und Mützen unterwegs. Wir mit gefütterten Jacken und Kapuzen. Heute war es nicht so windig, aber es hat wie verrückt geregnet.

In der Pizzeria, in der wir zum Abendessen waren, liefen die Heizkörper. In unserem Hotel Paris, mit Charme der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts, lief die Deckenheizung. Die leider zentral gesteuert wird. Aus dem Schacht in der Decke kam ein warmer Luftstrom, wie von 5 Fönen gleichzeitig, die auf heiß und langsam gestellt sind. Wir konnten die Temperatur nur duch Öffnen des Fensters regeln.

Wenn das alle Gäste so machen… Nicht grade nachhaltig oder auch nur sparsam. Naja, vielleicht spielen Heizkosten keine Rolle, in der Region gibt es schließlich Erdöl, deshalb auch kaum Arbeitslose – ganz im Gegensatz zu Buenos Aires und Umgebung. Oder die Investition in eine besseres Heizsysstem ist teurer als aus dem Fenster zu heizen. Wohlgemerkt im Hochsommer. Wenn es Winter ist, macht hier sowieso keiner mehr die Fenster auf.

Kühlschrankmagnete mit Patagoniens Essenz (zumindest für Reisende): Wind, Granitnadeln, Gletscher und die berühmte Route Nacional 40

Wir sind übrigens mittlerweile in El Calafate. Mitten im Wind. Nahe der RN 40. Berge in Sichtweite. Und sehr dicht am Eis.

Dieses Bild aus dem Shop mit den Kühlschrankmagneten lässt die Zäune, die entlang jeder Teerstraße verlaufen, Hunderte über Hunderte von Kilometern, noch rätselhafter erscheinen: Guanakos halten sie jedenfalls nicht zurück
Die DesignerIn dieser Käsesticks hat wohl auch viele Stunden auf argentinischen Straßen verbracht

Dieser Beitrag hat 7 Kommentare

  1. Bin ich schon ganz schön neidisch als alter Seefahrer, so nahe der Magellanstraße!
    @Barbara: deine Brille kenne ich gar nicht!? Hast du die in Argentinien erstanden, womöglich noch im Bus getauscht gegen Obst?;-)

    1. Ja, wir waren so nah an der Magellanstraße, sind dann aber abgedreht, weil uns die Winde nach Nordwesten getragen haben – nach einigem Ringen haben wir Ushuaia und die Magellanstraße gecancelt, denn das wäre zwar unser Süd-Breitenrekord, aber es ist sehr kompliziert auf dem Landweg (weder Schiff noch Flieger) da hin zu kommen, man muss zweimal die chilenisch-argentinische Grenze überqueren, also hin und zurück dann viermal, und was wir von Ushuaia selbst gehört haben, hat uns nicht genug gereizt.
      Wir würden aber gerne mal mit dem Schiff durch die Magellanstraße. Teddy, warst du denn dort? Was braucht man für ein Schiff, um da durch zu fahren? Schlauchboot, Jolle oder Viermaster?

    2. Tja. Mal was anderes als immer Kontaktlinsen 😉 Die sind unterwegs einfach manchmal unpraktisch. Obwohl auch wieder nicht, weil eigentlich bräuchte ich mittlerweile eine Gleitsichtbrille 🙈

  2. Verfolge interessiert eure Reiseberichte und wünsche alles Gute.
    Die kleinen und großen Hindernisse machen es doch erst so richtig spannend.
    Lasst es euch gut gehen.
    LG Bärbel

    1. Hallo Bärbel,
      stimmt: Reisen ohne Reibungen gibt es nicht. Mittlerweile sind wir in Bariloche, das ist echt alpenländisch. Eine kleine Großstadt, wirkt an manchen Stellen wie Meran oder Innsbruck…
      Sehr nett. Hatten echt Angst vor der Stadt, weil sie als übermäßig touristisch und auch überteuert verschrien ist. Aber das ist halb so schlimm. Hier flutscht es so richtig – wunderbar! Und es gibt viele normale Leute, auch Subkultur.
      Ich hoffe dass 2020 für dich gut begonnen hat, und freue mich immer auf Kommentare!
      Christian

  3. Soll Euch schreiben es gibt noch Mohnkuchen. Wenn Ihr Lust habt sollt Ihr kurz vorbeikommen. Sind bei Achim am Geburtstag
    liebe Grüsse
    Eberhard, Ursel, Achim, Michael, Erika u. Herbert
    viel Spass auf Eurer Reise, ist ja super was Eberhard erzählt hat

    1. Liebe Erika!
      Mohnkuchen ist mein Lieblingskuchen! Ist wirklich noch was da? Wir sind grade in El Chaltén, das ist ein Dorf, das zwar beim berühmten Fitz Roy liegt, aber dast kein Internet hat. Drum die späte Antwort…
      Kuchen gibts in Argentinien auch, der hat uns aber meistens viel zu viel Zucker, deswegen halten wir uns an Medialunas („Halbmonde“), das sind praktisch Croissants in verschiedensten Größen. Die gibts oft in zwei Varianten, salzig oder mit Zuckerguss.
      Jetzt ist es wohl zu spät, um dir zu sagen, dass du Achim Geburtstagsgrüße ausrichten sollst, ich schreib ihm dann später selbst.
      Liebe Grüße zurück an alle, auch von Barbara!

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